Treffen der Donauschwaben in Serbien

  Ein besonderes Jubiläum steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Geschichte der Donauschwaben: Vor 240 Jahren begann die Ansiedlung evangelischer Familien entlang der mittleren und unteren Donau. Im Rahmen der habsburgischen Siedlungspolitik kamen Menschen aus verschiedenen Teilen Mitteleuropas in die Gebiete des heutigen Serbiens und Kroatiens. Über die folgenden Generationen entstanden dort deutsche Gemeinden sowie Kirchen und Schulen, die das gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Leben nachhaltig prägten.

Anlässlich dieses Jubiläums begab sich der Bundesverband der Donauschwaben auf eine mehrtägige Reise durch Serbien und Kroatien. Dabei stand nicht nur die Besichtigung historischer Orte im Mittelpunkt, sondern vor allem die Begegnung mit den Spuren der eigenen Geschichte und den heute dort lebenden deutschen Gemeinschaften.

Die Reise begann am 2. August in Osijek, wo die Gruppe einen Gottesdienst in der evangelischen Kirche besuchte und anschließend einer Gedenkstätte einen Besuch abstattete. Nach der Weiterfahrt über die Grenze nach Serbien ging es nach Apatin, wo unter anderem das Donauschwäbische Kirchenmuseum und der Verein „Adam Berenz“ besucht wurden. Den Abschluss des Tages bildeten eine Stadtführung und ein gemeinsames Abendessen, bevor die Gruppe nach Sombor weiterreiste.

Am 3. August standen Gakovo und Kruschiwl auf dem Programm. An beiden Orten fanden Kranzniederlegungen statt. Zurück in Sombor besichtigte die Reisegruppe das Donauschwäbische Museum und nahm an einer Stadtführung teil. Auch der Deutsche Humanitäre Verein „St. Gerhard“ in Sombor war am 3. August Gastgeber der Reisegruppe. Bei diesem Treffen bestand zudem die Gelegenheit, den neuen Stellvertreter der deutschen Botschafterin, Herrn Paul Amman, sowie die neue Kulturreferentin der Deutschen Botschaft in Belgrad, Frau Petra Stöckl, persönlich kennenzulernen.


 


Am 4. August führte die Reise weiter nach Sekitsch und Bulkes. Neben dem Besuch der Donauschwäbischen Heimatstube und einem Kirchenprojekt in Bulkes erhielt die Gruppe bei einer Rundfahrt Einblicke in die Geschichte der beiden Orte. Anschließend ging es nach Novi Sad.

Der folgende Tag, der 5. August, war der Erkundung von Novi Sad, Petrovaradin, Maria Schnee und Karlowitz gewidmet. Neben einer Stadtführung und der Besichtigung der Festung Petrovaradin besuchte die Gruppe die Wallfahrtskirche Maria Schnee und anschließend das Donauschwäbische Heimathaus in Karlowitz. Auch die Friedenskapelle stand auf dem Programm.

Am 6. August ging es in den Nationalpark Fruška Gora und weiter nach Sremska Mitrovica mit einer Klosterbesichtigung und dem Besuch einer Gedenkstätte mit Kranzniederlegung .

Die Reise führte am 7. August weiter nach Jarek, Franzfeld, Großbetschkerek (Zrenjanin), und Pančevo. Mehrere Gedenkstätten wurden besucht und Kränze niedergelegt. In Großbetschkerek standen außerdem eine Stadtbesichtigung und ein gemeinsames Mittagessen auf dem Programm. 
Am 8. August erkundeten die Teilnehmer Rudolfsgnad und Mramorak, wobei in Rudolfsgnad der 160. Jahrestag dieses Ortes gekennzeichnet wurde und somit auch die Opfer des Lagers gedacht wurde.

Den Abschluss der Reise bildete am 9. August Zemun und Belgrad. Nach einem Gottesdienst mit der evangelischen Gemeinde in Zemun und einem gemeinsamen Mittagessen an der Donaupromenade stand eine Stadtbesichtigung Belgrads mit der Festung auf dem Programm

Die Reise verband damit Geschichte, Erinnerung, Kultur und Begegnung. Neben zahlreichen historischen Kirchen, Museen und Gedenkstätten bot sie vor allem Gelegenheit, die heutigen deutschen Gemeinschaften in Serbien kennenzulernen und bestehende Verbindungen zwischen den Donauschwaben in Deutschland, Serbien und Kroatien zu stärken.